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Abluftventilfilter

Im folgenden geht es um die Abluftventile, die in Küche, Speisekammer, Gäste-Bad, HWR und Badezimmer verbaut wurden. Der Bauleiter sagte uns, die Abluftventile seien wartungsfrei. Verbaut wurden bei uns Abluftventile der Firma Fläktwoods und zwar der Typ KSO-V mit Schalldämpfer Typ DBL 100.

 

 

Wartungsfrei? Das mag für die Ventile gelten, für die Abluftkanäle sicher nicht. Wenn man ein Ventil ausbaut sieht man, was sich dort ansammelt: Staub, Fette, Feuchtigkeit, etc. Die Ventile löst man per Hand indem man den äußeren Ring mit etwas Kraft gegen den Uhrzeigersinn dreht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nicht den inneren Teller zu drehen. Damit würde man den eingestellten Volumenstrom des Ventils verstellen. Da jedes Ventil für die entsprechende Position im jeweiligen Raum einreguliert wurde, macht es Sinn die einzelnen Ventile unmittelbar nach dem Ausbau entsprechend zu beschriften um Verwechslungen zu vermeiden.

 

 

 

 

Hier im Waschbecken sieht man gut die Menge Staub, die ich mit der Hand aus den ersten zehn cm Rohr entfernt habe. Es wird also Zeit etwas gegen die Verdreckung dieser angeblich wartungsfreien Lüftungskanäle zu tun. Wie solche nicht gewarteten Anlagen aussehen zeigt eindrucksvoll die Seite von Konrad Fischer.

Dass raumlufttechnische Anlagen nicht wartungsfrei sind bestätigt auch die VDI 6022 mit dem Titel "Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte". Die VDI 6022 ist eine Richtlinie des Fachbereiches Technische Gebäudeausrüstung des Verein Deutscher Ingenieure. Sie gilt für alle raumlufttechnischen Anlagen (RLT- Anlagen) die Räume versorgen, in denen sich bestimmungsgemäß Personen mehr als 30 Tage pro Jahr oder regelmäßig länger als zwei Stunden aufhalten.

 

 

Links im Bild sieht man das ausgebaute Abluftventil. Der innere Ventilteller ist entsprechend dem erforderlichen Volumenstrom eingestellt. Im rechten Bild sieht man den dazugehörigen Schalldämpfer. Er ist hier schon vom Ventil gelöst, ursprünglich wird er einfach nur auf die beiden Stege im Innern des Ventils gesteckt.

 

 

Es ist notwendig den Schalldämpfer etwas zu modifizieren indem man das eingeklebte Schalldämm-Material entfernt. Das hat zwei Vorteile: Zum einen werde ich mit dem Metallring des Schalldämpfers das Filtermaterial fixieren, zum anderen wird durch diese Modifikation der Luftstrom nicht oder kaum gemindert. Im ursprünglichen Zustand hat der Schalldämpfer eine Durchlassweite von ca. 6 cm. Würde ich hier noch den zusätzlichen Filter durchführen, würde sich die Durchlassweite und damit die Luftwechselrate verringern. Das könnte man zwar durch eine Anpassung an den DIP-Schaltern des Papst-Lüfters im FLM 40 kompensieren, den dadurch entstehenden zusätzlichen Energieaufwand will ich jedoch vermeiden. Im übrigen fungiert das Filtermaterial ebenfalls als Schalldämpfer. Im direkten Hör-Vergleich erschien mir das Sauggeräusch nahezu identisch. 

 

Ich habe das Filtermaterial F5 (15mm) verwendet. Man bekommt es bspw. im Luftladen, der halbe qm kostet dort ca. 15 € zzgl. Versandkosten. Zuerst schneidet man das Material zu Rechtecken zu. Die Maße dieser Rechtecke sollten 29,5 cm x 19,0 cm betragen. 

 

Nun faltet man das Filtermaterial hälftig auf die Größe von 14,75 cm x 19,0 cm. Hierbei ist darauf zu achten, dass die bedruckte Seite (Aufdruck EN 779) nach aussen zeigt. Jetzt, wo die beiden 19 cm langen Seiten direkt übereinander liegen, müsste man diese eigentlich miteinander vernähen. Der Einfachheit halber habe ich sie auf ganzer Länge mit einem herkömmlichen Bürotacker zusammengetackert. Anschließend wird der Filter zu einer runden Tülle geformt, der Umfang dieser Tülle sollte ca. 29 cm betragen. Das geht am besten, wenn man das obere Ende dieser Tülle zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugetackert hat. Nun wird der Metallring des Schalldämpfers über die Filtertülle  gestülpt und wieder auf das Abluftventil geschoben. Dabei ist darauf zu achten, dass der Filter unten an der Stoßstelle ca. 1 cm überlappt.

Kleinere Formkorrekturen kann man nun noch durch die unverschlossene obere Öffnung der Filtertülle vornehmen. Anschließend tackert man auch diese Öffnung auf ganzer Länge zu und schraubt die Ventile wieder in die vorgesehenen Öffnungen.

 

Die so entstandenen Filtertaschen haben eine Höhe von c. 19 cm. Dieses Maß ist bewusst gewählt worden. Je kürzer die Filtertasche umso höher ist der Luftwiderstand im Filter. Das wiederum würde die Luftwechselrate negativ beeinflussen.

Für die Umrüstung von sieben Abluftventilen habe ich ca. 1,5 Stunden aufgewendet. Ich werde die Filter halbjährlich einer Sichtkontrolle unterziehen und dann ggf. reinigen oder tauschen.